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Drei Gründe, warum eine Therapie nicht gelingt

Von unrealistischen Vorstellungen und Falscheinschätzungen.

Drei Gründe, warum eine Therapie nicht gelingt

Ich freue mich sehr, wenn meine Klienten ihr Therapieziel erreichen, sich körperlich und psychisch besser fühlen und die Lebensqualität und -Freude zurückkehrt.

Es kommt jedoch vor, dass Klienten den Prozess vorzeitig abbrechen oder erst gar nicht richtig einsteigen. Dies ist enorm schade, denn mit unseren Selbstheilungskräften, der Neuroplastizität des Gehirns und der Stärke unseres Herzens verfügen wir über das Potenzial für Linderung, Heilung oder Transformation.

 

Warum gelingen Therapien nicht?

 

Manchmal fehlen Grundvoraussetzungen; KlientIn und TherapeutIn finden nicht zu einer guten Zusammenarbeit, die «Chemie» stimmt nicht, eine ärztliche oder anderweitige Behandlung wird dringlicher.

Unrealistische Vorstellungen und Falscheinschätzungen können zu Therapieabbrüchen führen.

 

#1  Die Erwartung, in kurzer Zeit viel zu erreichen

 

Umfassende und nachhaltig wirkende Veränderungen passieren nicht über Nacht. Oft haben sich Symptome über einen längeren Zeitraum entwickelt und traumatische Ereignisse liegen Monate oder Jahre zurück. Für deren Linderung oder Lösung braucht es Zeit, Geduld und Ausdauer.

Die hohen Erwartungen an eine schnelle Lösung kann bei Nichterfolg auch die Selbstzweifel nähren, was wiederum blockierend auf den Heilungs- respektive Veränderungsprozess wirkt.

 

#2  Eine Therapie verläuft nicht linear

 

Wir wünschen uns eine schön rund ablaufende Therapie: Klarheit über das Problem, positiv wirkende Massnahmen, direkte Erreichung des Zieles und des Wohlbefindens.

In der Realität – wie im Leben allgemein – sind Rückschläge und Widerstände normal, belastende Kernursachen oder Traumas tauchen auf oder negative Gedanken kehren zurück. Diese Schwierigkeiten sind keine Hinweise für eine falsche Methode oder die eigene Unfähigkeit, sondern wichtige Zeichen, dass sich «etwas tut». Und sie sind eine Chance, bestimmten Handlungsweisen sowie Persönlichkeits- und Lebensaspekten noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Daher lohnt es sich, nicht bereits bei der ersten Schwierigkeit aufzugeben und eine andere Methode oder TherapeutIn zu suchen, sondern dranzubleiben sich selbst die nötige Zeit für den Prozess zu erlauben.

Im Laufe der Jahre habe ich die Erfahrung gemacht, dass heilsame Durchbrüche oft nach schwierigen Therapiephasen erfolgen.

 

#3  Die Symptome haben Vorteile

 

Es gibt auch Gründe, unbewusst an einem Symptom festzuhalten:

  • wir bekommen Zuwendung und Aufmerksamkeit.
  • wir können uns hinter dem Symptom verstecken oder schützen.
  • die Verantwortung für das eigene Leben und die echten Bedürfnisse müssen nicht übernommen werden.
  • das Symptom wird als Ausrede genutzt.
  • über den Schmerz können wir uns spüren.
  • weil wir uns schuldig fühlen oder aus Trotz behindern wir die eigene Entfaltung und Heilung.

Dies ist ein heikler Punkt, bei dem Ehrlichkeit mit sich selbst wichtig ist. Mithilfe der Kinesiologie können solche unbewussten Selbstsaboteure erkannt und aufgelöst werden.

 

Eigenverantwortung

Eine Therapie ist vergleichbar mit einem Lernprozess, z.B. Autofahren oder eine Fremdsprache. Dabei müssen wir auch bereit sein, unsere Hausaufgaben zu machen, zu üben und Eigenverantwortung zu übernehmen. Gewisse Lernschritte sind herausfordernd (seitwärts parkieren!) und bei anderen kommen wir leicht voran.

 

Was grundsätzlich hilft, ist weniger streng mit sich selbst zu sein, und eine geduldige, freundliche und wohlwollende Haltung sich selbst gegenüber zu entwickeln. Dann können wir auch Rückschlägen lockerer und souveräner begegnen.

 

 

Bild: © Tetiana Shyshkina / unsplash.com

Sehnst du dich nach innerer Ruhe?